Habt ihr euch schon einmal gefragt, wie sich das eigene Leben auf 260 Kilometern anfühlt? Wahrscheinlich nicht. Aber genau diese Frage hatte ich irgendwann am Lebensweg im südlichen Waldviertel im Kopf.
Der Weitwanderweg läuft wie eine liegende Acht durchs Waldviertel und bringt es auf rund 7300 Höhenmeter. Seine 13 Etappen stehen für Lebensabschnitte, von Zeugung und Kindheit über Schule, Zweifel und Ernte bis zu Ruhestand, Tod und Ahnen. Der Lebensweg Waldviertel klingt zuerst ein bissl esoterisch, funktioniert unterwegs aber erstaunlich gut.
Denn landschaftlich hat mich die Runde sowieso erwischt. Nadelwälder, Granitfelsen, stille Teiche, Bachtäler und Orte wie Ysperklamm, Gudenushöhle, Schloss Pöggstall oder Maria Taferl sorgen für ordentlich Abwechslung. Besonders angenehm fand ich die Ruhe. Massentourismus schaut definitiv anders aus! Im Sommer waren die schattigen Waldpassagen für mich besonders fein. Grad wenns 35+ Grad hat.
Die einzelnen Etappen liegen ungefähr zwischen 15 und 29 Kilometern. Technisch fand ich vieles gut machbar, Kondition sollte man beim Lebensweg Waldviertel trotzdem mitbringen. Auf jeden Fall würde ich zur Planung das offizielle TourenTAGEbuch samt Stempelpass nehmen. Dort findet ihr Routeninfos und Platz für eigene Gedanken. Einsteigen könnt ihr übrigens überall, auch nur Nord oder Südteil gehen.
Aber ja, ich würde den Lebensweg in Waldviertel wieder machen. Habt ihr solche Weitwanderungen schon ausprobiert? So, und jetzt brauchen meine Wanderschuhe erstmal Urlaub.